Herbstwallfahrt mit Pfarrer Sebastian Kreit

Herbstwallfahrt mit Pfarrer Sebastian Kreit

Besuchen Sie an 4 Tagen die schönsten Kirchen und Klöster Bayerns - Pfarrer Sebastian Kreit erzählt über das Leben und übers Wallfahren

Inspirierend, wahrhaftig und etwas schelmisch

Sebastian Kreit o.praem. über die Wallfahrt mit Waldviertelreisen

Ich habe Wilhelm Meller mit einem Fragebogen bewaffnet zur Vorbesprechung der Herbstwallfahrt in den Chiemgau (Bayern) von Waldviertelreisen begleitet. Doch ich war es nicht, die die meisten Fragen stellte. Pfarrer Sebastian Kreit warf selbst Fragen über das Leben, über das Loslassen und dem Finden zum eigenen Selbst auf … und brachte mich ordentlich ins Grübeln.

 

Mit einer Wallfahrt verbinde ich langen Fußmärsche. Was bedeutet eine Wallfahrt für Sie?

Kreit: Wallfahren bedeutet, dass Geist und Seele in Bewegung kommen. Wallfahrer nehmen sich Zeit für sich selbst und verfolgen ein Ziel dem sie durch ihr Unterwegssein Ausdruck verleihen wollen.

 

Im Gespräch gibt der Geistliche folgende Impulse zum Thema Wallfahrt.

 

Voller Sinn

Jeder Wallfahrer nimmt sich vor, für jemanden der nicht in der Lage ist, in Bewegung zu kommen, zu beten und seiner Unterstützung Ausdruck zu verleihen. Zum Beispiel als Unterstützung für einen lieben Menschen, für ein krankes Kind oder als Ausdruck des Dankes, der im alltäglichen Leben zu kurz gekommen ist - Das Hauptproblem unserer Zeit.

 

Voller Tradition

Früher erhielten die Menschen fürs Wallfahren Urlaub. Durch das Wallfahren kamen sie einmal von Zuhause weg. Es ermöglichte ihnen aus dem Alltag auszubrechen und neue Orte zu entdecken.

Wallfahrt steht übrigens für „ganz in Bewegung kommen“. So brechen Pilger auch oft aus ihren alltäglichen Verhaltensmustern aus, erfahren so viele tolle Aha-Erlebnisse und finden ein Stück näher zu Gott und zu sich selbst.

Voller Aktualität

Heute sind wir in der Lage unsere Zeit einzuteilen. Leider schaffen wir es oft, uns selbst wunderbar selbst in Zwänge zu verstricken. Wallfahren hilft jedem die Perspektive zu wechseln, den Überblick zu erhalten und belastende Zwänge abzulegen.

 

Voller Beweglichkeit

Je länger der Geist und die Seele nicht in Bewegung sind, desto schwieriger wird es, dass diese wieder in Bewegung kommen. Tun wir was für Körper, Geist und Seele! Die Seele kommt meist zu kurz. Bei einer Wallfahrt gönnen Sie Ihrer Seele ein Aktivprogramm.

 

Volle Entschleunigung

„Entschleunigung … dieser Inhalt kommt oft in meinen Vorträgen und Impulsen vor“ sagt Pfarrer Sebastian Kreit. „Bei einer Konferenz von GlobArt im Jahr 2008 forderte ich die Zuhörer auf: Hören wir auf mit unserem ständigen Tun, bleiben wir doch mal stehen. Lassen wir nicht sooft etwas parallel laufen. Wir sind allesamt überladen.“

Deshalb ist es Zeit etwas Ordnung und Platz für die Seele und für den Geist zu schaffen. Eine Wallfahrt ist eine wunderbare Möglichkeit sich auf die wesentlichen Dinge des Lebens zu besinnen.

Nicht umsonst sagen wir, lass mich mal in Ruhe. Ich frage euch, woher kommt der Begriff überhaupt? Was bleibt übrig, wenn wir das Unwichtige streichen? (Los)lassen. Und ich sage euch, wir kommen erst dann ins Bewusstsein, wenn wir einmal loslassen können.

Die Analyse dieses Spruchs reicht alleine für ein gesamtes Seminar – bzw. für eine Wallfahrt.

 

Voll im Umbruch

„Wenn ich so beobachte, wer zu den Wallfahrten mitfährt, dann sind das die Menschen in Zeiten eines Umbruchs“ berichtet Pfarrer Kreit. Ein Beispiel sind Frauen in ihren Wechseljahren: Die Kinder sind außer Haus und auf einmal haben viel Zeit für sich selbst. Das erschreckt dann viele. In dieser Zeit des Wechsels entstehen gerne Krisen und Krankheiten: Alarmsignale des Körpers. Hier kann man entweder Medikamente verschreiben oder mit sich selbst auseinandersetzen und sich eine Auszeit nehmen.

Der Tipp von Pfarrer Kreit: Hinterfragen Sie den Sinn Ihres Lebens und ergründen Sie Ihre Ziele. Wenn Sie am Schluss Ihres Lebens nicht sagen können, warum Sie auf der Welt waren … Lassen wir die Sinnhaftigkeit antworten.

 

Volle Selbstfindung

Pfarrer Sebastian Kreit empfiehlt den Menschen auf Wallfahrt zu gehen um auf spirituelle Weise in Bewegung zu kommen. Lassen sie sich begeistern, es passiert immer wieder, dass die Wallfahrer überrascht werden, von Dingen mit denen sie nicht gerechnet hätten.

Eine Wallfahrt mit Waldviertelreisen ist sehr familiär. Die Reisenden sind entspannt in der Gemeinschaft, und langweilig ist uns beim Pilgern noch nie geworden.

Wilhelm Meller hat mir berichtet: „Bei der Reise bringen die Erzählungen des Pfarrers die Wallfahrer Stück für Stück näher zu sich. Was geben Sie den Mitreisenden auf den Weg?

Kreit: Wenn ich mit den Menschen rede, gebe ich Impulse aus dem Alltag. In der Seelsorge ist die Begegnung sehr wichtig. Eine Wallfahrt zähle ich zu der außerordentlichen Seelsorge. Die Teilnehmer sind meist Fremde (kaum Mitglieder aus meiner Pfarre) und es ist schön mich um diese zu kümmern

 

Hierzu habe ich einen Vergleich: Ich habe zwei Hände:

Die 1. Hand verwende ich für meine Hauptaufgabe, für den Beruf für den ich mich entschieden habe.

Die 2. Hand sehe ich als Freiraum. Ich kann mir selbst aussuchen wofür ich die Kraft dazu einsetze. Mit dieser hole ich die Menschen dort ab wo sie sich befinden, zum Beispiel mit einer Wallfahrt.

Ich trage mein Ordensgewand. Es gilt nicht als Schutz gegenüber der Welt nach außen. Es ist ein Signal für die Gemeinschaft in der Seelsorge.

 

Was motiviert Sie mit Waldviertelreisen auf Wallfahrt zu gehen?

Kreit: Entstanden ist die gemeinsame Wallfahrt noch mit Seniorchef Alois Rieder. Als die Rieder GmbH im Jahr 2001 das Autobusunternehmen Swoboda übernommen hatte, fragte der damalige Messner von Oberhöflein Alois Rieder, ob die Firma Rieder die Wallfahrt weiterführen wird. Er hatte bereits die Interessenten für einen ganzen Bus organisiert. Ich selbst bin erst später gefragt worden, schmunzelt Pfarrer Sebastian Kreit.

Meine Eltern waren lange Jahre gut mit der Familie Rieder befreundet. Seit der Zeit kennen wir uns und arbeiten zusammen. Meine Bedingung war es, im Abstand aller fünf Jahre nach Lourdes zu pilgern. Und weil die Reisen so erfolgreich sind, planen wir jedes Jahr Wallfahrten.

 

Wie bereiten Sie sich auf die Wallfahrt vor?

Kreit: Spontan – ich lasse mich auf die Reisenden ein und bereite nach deren Interessen und Anliegen Texte und Impulse vor. Im Laufe der Wallfahrt ergeben sich wunderbare Gespräche mit den Mitreisenden ganz von alleine.

 

Was ist Ihr persönliches Highlight an der diesjährigen der Herbstwallfahrt?

Kreit: Alles, die ganze Reise ist ein Highlight. Ich freue mich gemeinsam 4 Tage unterwegs zu sein. Der gemeinsame Weg ist das Ziel. Wir haben Zeit, um uns auf etwas einzulassen.

 

Herzlichen Dank für das Gespräch

Gerne. Ich freue mich schon auf die gemeinsame Reise.

 

Hier gelangen Sie zum Programm der Herbstwallfahrt

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